Kennzeichnungen von Keramikkondensatoren aus der DDR

Dieser Beitrag versucht einige Informationen zu Keramikkondensatoren aus dem VEB Keramische Werke Hermsdorf (früher Hescho) zusammenzustellen.

Sollten Ihnen weitere Informationen (Kataloge o.Ä.) vorliegen, um diese Ausführungen zu vervollständigen, bitte ich um Kontaktaufnahme!

Kennzeichnung Außenbelag bei Rohrkondensatoren:
Der Anschluss für den Außenbelag ist etwas nach innen eingerückt.
Bei Rohrkondensatoren ist der Anschluss am Innenbelag unmittelbar an das betreffende Ende aufgesetzt.

Mechanische Ausführungen von keramischen Kondensatoren: (Stand 1956)

Perlkondensatorenmit Drahtanschluss0,55pF
Scheibenkondensatorenmit Drahtanschluss140pF
Rohrkondensatorenmit Drahtanschluss51000pF
Rohrkondensatorenmit Lötfahnenanschluss51600pF

farbliche Kennzeichnung verschiedener keramischer Massen der KWH:

CalitdunkelgrünerLacküberzug
Condensa NbraunerLacküberzug
Condensa FhellgrünerLacküberzug
Condensa CorangerLacküberzug
Tempa XroterLacküberzug
Tempa SgrünerLacküberzug
EpsilandunkelblauerLacküberzug

Kennfarben für Kondensatoren nach DIN 41341 aus keramischen Werkstoffen nach DIN 40685: (Stand Febr. 1956)

Calit (Ci) DIN 41370rotTyp 221
Tempa S u. S1 1)  (ST u. ST1) DIN 41371orangeTyp 320
in Vorbereitung DIN 41372hellgrünTyp 330
Tempa X (XT) DIN 41373dunkelgrünTyp 331
Condensa N (NCo) DIN 41374gelbTyp 311
Condensa F (FCo) DIN 41376dunkelblauTyp 310
Epsilan (E 7000) DIN 41379braun(343)

1) Kondensatoren aus Tempa S1 werden zusätzlich mit „ST“ gestempelt.

Farbkennzeichnung von Kleinkondensatoren aus Sinterwerkstoffen nach TGL 7838 für TK-gerichtete Kondensatoren Typ I: (Stand 1971)

rot/violettP 100
KER 221
dunkelgrauP 033
KER 320
braunN 033
KER 320
hellrotN 075
KER 330
orangeN 150
KER 330
hellblauN 470
KER 311
violettN 750
KER 310
dunkelblauN 1500
KER 340

Grundlackierung Farblos. Kennzeichnung des Werkstofftyps durch Farbpunkt an der Seite des Innenbelaganschlusses.

Farbkennzeichnung von Kleinkondensatoren aus Sinterwerkstoffen nach TGL 7838 für nicht TK-gerichtete Kondensatoren Typ II: (Stand 1971)

rotKER 221Calit (Ci)
orangeKER 320Tempa S und S1 1) (ST und ST1)
grünKER 331Tempa X (XT)
gelbKER 311Condensa N (NCo)
blauKER 310Condensa F (FCo)
braunKER 351Epsilan (E 5000)

1) Tempa S1 zusätzlich mit einem dicken Punkt gekennzeichnet.

Kennzeichnende Eigenschaften der KWH-Dielektrika für Sinterwerkstoffkondensatoren (TGL 5344) (Stand 1971):

Kennfarberotorangegrüngelbblaubraun
WerkstoffbezeichnungCalitTempa S und S1Tempa XCondensa NCondensa FEpsilan
Werkstoff-Typ nach TGL 7838KER 221KER 320KER 331KER 311KER 310KER 351
Dielektrizitätskonstante des Werkstoffes≈ 6,5≈ 14
≈ 19 1)
≈ 30≈ 40≈ 80≈ 5000
Temperaturbeiwert der Kapazität TKC in 10-6 /grd (Zw. +30 und +65 °C)+90 bis +160+30 bis +100
-30 1)
-150 bis -300-360 bis -480-680 bis -860≈ 0,5 bis -1,0 % /grd 2)
Verlustfaktor tan in 10-3 bei 1,0MHz und 20°C 3)≤ 0,8≤ 0,4≤ 0,8≤ 1,5≤ 1,0≤ 5,0 4)
≈ 8 bis 25 5)

1) Mittelwert für Tempa S1
2) zwischen 20 und 40°C
3) Richtpunkte für max. rel. Luftfeuchte < 65%; Stückprüfungen an fertigen Kondensatoren erst ab Nennkapazität 15pF
4) bei 0,3MHz für ≥ 1000pF
5) bei 800Hz

Farbkennzeichnung von Keramik-Kleinkondensatoren: (Stand 1974)

Grundfarbe bei Lackierung:
Rohr- und Durchführungskondensatoren Typ I und IIfarblos
Scheibenkondensatoren Typ Igrau
Scheibenkondensatoren Typ IIbraun
Impulskondensatoren Typ Iblau
Impulskondensatoren Typ IIbraun
Grundfarbe bei Umhüllung:
Scheibenkondensatoren Typ Ibeige
Scheibenkondensatoren Typ IIbraun
Farbzeichen Typ IWerkstoffFarbzeichen
P100ohne (auch rot-violett nach Wahl des Herstellers)
NP 0schwarz
N 033braun
N 075rot
N 150orange
N 470hellblau
N 750violett
N 1500dunkelblau
Farbkennzeichen Typ IIE 2000gelb
E 5000blau
E 10000violett

Typ IA: zusätzlich weißes Farbkennzeichen auf der Seite des Außenbelaganschlusses
Typ IB: Farbkennzeichnung durch Farbpunkt an der Seite des Innenbelaganschlusses
Typ II: Farbkennzeichnung auf der Seite des Außenbelagschlusses

Keramikkondensatoren mit Schutzumhüllung für Transistorempfänger:

  • Die Farbe der Schutzumhüllung ist rotbraun.
  • Nennkapazitäten: 5, 8, 10 und 200pF sowie 5, 10, 20 und 30nF
  • Nennspannung 10V Gleichspannung

Keramikkondensatoren mit Kunststoffumhüllung:

  • Kurzbezeichnung UP (P = Punktklimatisch)
  • Beschriftung „UP“ steht gewöhnlich vor der Nennkapazität
  • Ausführung als Rohr-, Scheiben- und Miniaturkondensatoren, erstere mit Fahne und Drahtanschluss
  • Kapazitätswerte nach IEC
  • Farbe des Schutzlackes entspricht dem Werkstoff
  • Nennspannung 160…500V

Stempel und Kurzzeichen für Kondensatoren aus Sinterwerkstoffen:

Nennkapazität:
ein- bis dreistellige Zahl = Kapazität in „pF“
Zahlen mit beigefügtem kleinen „n“ = Kapazität in „nF“

 

Kapazitätstoleranzen:
CDFGJKMSWZ
± 0,25pF± 0,5pF± 1%± 2%± 5%± 10%± 20%+50%
– 20%
+80 %
-20%
+100%
-20%

 

Nennspannung:
Gleichspannung:
matbcde(keine)figh
10V50V63V125V160V250V350V400V500V630V700V1000V
Wechselspannung:
uvw
250V350V500V
keramische Scheibenkondensatoren
keramische Rohrkondensatoren: ganz links rot/rotbraun umhüllte „UP“ Ausführung

Quelle:
Pabst – Bauelemente des Rundfunkempfängers 1957 Seite 10, 11
Pabst/Finke – Rundfunk- und Fernsehbauteile 1971 Seite 52…56
Pabst/Finke – Rundfunk- und Fernsehbauteile 2. Auflage 1974 Seite 53…57

eine Firmengeschichte…

Kürzlich bekam ich eine Ferrocart Drossel die ich so noch nie gesehen hatte.


Ihre Herkunft verrät sie recht schnell durch die Beschriftung Dławik. Das Ł ist vorwiegend in der polnischen Sprache zu finden und Dławik lässt sich aus dem Polnischen auch mit Drossel übersetzen. Das „AH“ ist naheliegenderweise das Logo der Herstellerfirma.


Polnische und deutsche Fertigung vereint. Die Abmessungen sind sind fast identisch. Die polnische ist leider durch Rost aufgedunsen und durch den herausgedrückten Boden etwas höher.

Ich machte mich nun auf die Suche nach der Herstellerfirma und sties recht schnell auf A. Horkiewicz in Warschau!

Adolf Horkiewicz (Jahrgang 1894) begann 1926 mit der Produktion von Papierkondensatoren. Damals noch in seiner Privatwohnung in der Straße des roten Kreuz (ulicach Czerwonego Krzyża) bzw. Browarna. Bereits 1928 lässt sich Horkiewicz einen Kondensator mit Luftdielektrikum patentieren.
Später wird die Produktion in Firmengebäude in der Listopada 11, Białostocka und Kawęczyńska 9 verlegt. Die Produktion umfasst zu diesem Zeitpunkt: Papier- und Glimmerkondensatoren, Widerstände, Potentiometer und andere Funkkomponenten.
Ab mindestens 1934 werden von J.K.Görler lizensierte „Ferrocart“ Spulen und Spulensätze in Lizenz gefertigt.
Es werden einstellbare Widerstände unter dem Markennamen „Flexo“ vertrieben sowie Kondensatoren der Marke „Mikro“.

Im Jahr 1936 wird ein neues Firmengebäude in der Stępińska 26/28 bezogen. Ein Forschungslabor, eine Werkzeugmacherei und eine Abteilung für Messinstrumente werden eingerichtet.

 

 

 

 

 

 

 

Polskie Kondensatory AH

 

Die Produktion von Großkondensatoren für die Industrie wird aufgenommen. Die Fabrik beschäftigt nun 200 Mitarbeiter und verfügt über eine firmeneigene Kantine und einen Personalclub.
Das Unternehmen scheint zu fluorieren.

 

 

Zum 13-jährigen Jubiläum wird 1939 ganzseitig geworben.

Die Produktion endet mit Einmarsch der deutschen Truppen 1939. Ab 1940 wird in sehr begrenztem Umfang wieder die Produktion aufgenommen. Es werden u.a. Heizgeräte hergestellt.
Danach wird wieder begonnen Funk- und Fernmeldekomponenten zu fertigen. Diese werden an die Philips Werke in Warschau, Lorenz in Berlin und die Fernmeldetechnische Staatswerke geliefert.
Nach dem Ausbruch des Warschauer Aufstands 1944 werden die Maschinen abtransportiert und die Werke brennen ab. Viele Angestellte werden getötet und auch Adolf Horkiewicz wird am 14.08.1944 von den Deutschen in Warschau-Rakowiec hingerichtet.

https://radio-pirol.org/files/AH/Zycie_Warszawy_1945_nr_221.png

Ein Jahr nach seinem Tode wurde Adolf Horkiewicz in der Visitantinnen-Kirche eine Totenmesse gelesen.

Nach dem Krieg wurden die Gebäude in der Stępińska 26/28 wieder aufgebaut. Sie beherbergten unter anderem eine Schule und in den 50er Jahren die Omig-Werke.

An dieser Stelle sei noch auf diesen Artikel verwiesen: Rundfunkgeschichte Generalgouvernement Polen 1939 – 1945 bzw auf den polnischen Originalbeitrag.

Quellen:
http://bee.mif.pg.gda.pl/Oktoda/index.php/Fabryka_Elektrotechniczna_in%C5%BC._Adolfa_Horkiewicza
http://przeciwlotnicza.pl/biblioteczka/przemysl-lacznosci-52/Pl/fabryka-kondensatorow-i-oporow-adolf-horkiewicz–1926—1939–114.html
https://www.kwadryga.com/product_info.php/fabryka-inz-horkiewicz-kondensatory-opory-potencjomerze-ferrocart-p-15692
http://www.trioda.com/index.php/en/magazines/antena/2790-antena-1934-06-gb
https://docplayer.pl/16943121-Przeglad-elektrotechniczny.html
https://docplayer.pl/16943121-Przeglad-elektrotechniczny.html
http://www.radiopik.pl/91,11,80-lat-polskiego-radia-pik-w-dokumentach
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/2117/zt36_nr3_4.pdf
http://delibra.bg.polsl.pl/Content/23668/8.pdf
http://cybra.lodz.pl/Content/12445/PrzFTR_rIX_nr439.pdf
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/5394/PE1939_nr_10.pdf
http://rewitalizacja.um.warszawa.pl/sites/rewitalizacja.um.warszawa.pl/files/zalaczniki/aktualnosci/fabryki_dawnej_pragi_tryb_zgodnosci_.pdf
http://delibra.bg.polsl.pl/Content/23434/pe1933_22.pdf
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/7186/07pe36_nr06.pdf
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/3635/34pe1934_nr24.pdf
http://www.wbc.poznan.pl/dlibra/doccontent?id=301867
http://delibra.bg.polsl.pl/Content/23684/BCPS_25454_1936_Wiadomosci-z10.pdf
http://bc.wbp.lodz.pl/Content/65056/Fala_Lodzka1936_syg1529A_KZa.pdf
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/7204/25pe36_nr24.pdf
http://spotc.pzk.org.pl/kp/1939/KP_1939_07.pdf
http://mbc.cyfrowemazowsze.pl/Content/36998/00035181%20-%20%C5%BBycie%20Warszawy%201945%20nr%20221%20-%20P10019.pdf

Einige Komponenten von Hescho

Im VEB Keramische Werke Hermsdorf entstanden viele Komponenten für die Rundfunkindustrie und auch einige die für die Radiobastler von besonderem Interesse waren.

Der Super-Spulensatz EZs0104 ist ein gutes Beispiel für die Produkte aus Hermsdorf.
Der Spulensatz besteht hauptsächlich aus einer Calit genannten Keramik. Die Rohr- und Trimmkondensatoren stammen auch aus den Hescho-Werken.
https://radio-pirol.org/files/hescho_ezs0104_1.jpghttps://radio-pirol.org/files/hescho_ezs0104_2.jpghttps://radio-pirol.org/files/hescho_ezs0104_3.jpghttps://radio-pirol.org/files/hescho_ezs0104_4.jpghttps://radio-pirol.org/files/hescho_ezs0104_5.jpghttps://radio-pirol.org/files/hescho_ezs0104_6.jpghttps://radio-pirol.org/files/hescho_ezs0104_7.jpg

Zur Komplettierung des Superhets wurden auch ZF-Filter und Sperrkreise in Keramischen Gehäusen gefertigt.

Die ZF-Filter EZs0101 gibt es in mehreren Entwicklungsstufen. Die hier gezeigte Variante ist das EZs0101b.
Die Beschichtung auf dem Filtergehäuse besteht aus galvanisch aufgebrachtem Kupfer das einige hundertstel Millimeter dick ist! Spätere Varianten haben dann ein Gewinde auf dem Filtergehäuse und werden mit einer Überwurfmutter aus Bakelit mit dem Chassis verschraubt. Die abschirmende Beschichtung auf den späteren Varianten ist dann zumeist orange.https://radio-pirol.org/files/hescho_ezs_0101b_1.jpghttps://radio-pirol.org/files/hescho_ezs_0101b_2.jpg

Nachfolgend noch der Sperrkreis EZs0116.https://radio-pirol.org/files/Hescho_Sperrkreis_EZs0116_1.jpghttps://radio-pirol.org/files/Hescho_Sperrkreis_EZs0116_2.jpg

Einige Komponenten von Gustav Neumann – Creuzburg (Werra)

Das Unternehmen wurde ursprünglich 1924 in Berlin gegründet. Ab 1939 wurden im thüringischen Creuzburg ebenfalls Komponenten gefertigt. Dieser Betriebsteil blieb dann nach 1945 bestehen und lieferte sehr viele Komponenten für die Rundfunkindustrie aber auch für die Radiobastler.

Nachfolgend einige Komponenten.

Superspulensatz SSp156 – bestehend aus: Wellenschalteraggregat VOW-8t, ZF Bandfilter I und II sowie Saugkreis S2.

https://radio-pirol.org/files/gustav_neumann_ssp156_1.jpg
Der komplette Spulensatz und Originalschachtel.
https://radio-pirol.org/files/gustav_neumann_ssp156_2.jpg
alle Komponenten wie auf dem Katalogbild
https://radio-pirol.org/files/gustav_neumann_ssp156_3.jpg
Saugkreis S2
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Wellenschalteraggregat VOW-8t in verschiedenen Ansichten

https://radio-pirol.org/files/gustav_neumann_ssp156_5.jpghttps://radio-pirol.org/files/gustav_neumann_ssp156_6.jpg

Das ZF Bandfilter I in unterschiedlichen Ausführungen.

links: wohl die älteste Ausführung vermutlich vor 1950 – hier Lötösen mit angelötetem Kondensator (ungemarkt aber sicher aus Hermsdorf); mitte: Ausführung vermutlich ca. 1951/52 mit speziellem Hescho-Kondensator welcher die Pins des Filters bildet und nach oben hin auch die Lötösen für den Wicklungsdraht; rechts: die jüngste Variante ca. 1953/54 mit Lötösen und plastisolierten Kondensatoren aus Gera Die Kondensatoren aller Varianten haben 160pF!

Das ZF Bandfilter II in unterschiedlichen Ausführungen.

links und mitte: Beide vermutlich 1951/52, unterscheiden sich nur im verwendeten Kunststoff rechts: Ausführung ca. 1953/54 mit plastisolierten Kondensatoren aus Gera

 

Ein weiteres Wellenschalteraggregat: Das VOW-4t wird mit den Superspulensätzen SSp134 und SSp136 geliefert.

https://radio-pirol.org/files/Gustav_Neumann_Wellenschalteraggregat_VOW-4t_1.jpghttps://radio-pirol.org/files/Gustav_Neumann_Wellenschalteraggregat_VOW-4t_2.jpghttps://radio-pirol.org/files/Gustav_Neumann_Wellenschalteraggregat_VOW-4t_3.jpghttps://radio-pirol.org/files/Gustav_Neumann_Wellenschalteraggregat_VOW-4t_4.jpghttps://radio-pirol.org/files/Gustav_Neumann_Wellenschalteraggregat_VOW-4t_5.jpghttps://radio-pirol.org/files/Gustav_Neumann_Wellenschalteraggregat_VOW-4t_6.jpg

F. Gottlieb Hansen, København K. – Induktionsapparat nach Rühmkorff

Dieser kleine Funkeninduktor lief mir schon vor längerer Zeit zu.
Die Grundplatte misst nur 12x18cm. Bei der angegebenen Spannung von 4V beträgt die Schlagweite knapp 6mm.

Über die F. Gottlieb Hansen finden sich nur wenige Informationen.
Diese dänische Seite zeigt eine Preisliste von 1923, welche allerhand Radioapparate sowie Teile und Zubehör für diese ausweist. Der Schiebespulendetektor aus dem Prospekt findet sich auch auf Knuds Old Radios. Das Typenschild auf dem Gerät gleicht dem auf meinem Funkeninduktor. Somit würde ich meinen Apparat ebenfalls auf die 1920er Jahre datieren.
Das Geschäft befand sich an folgender Adresse: Ny Østergarde 11-9, København K.. Also mitten im alten Zentrum der Stadt. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Café.
Im digitalen Archiv der Dänischen Königlichen Bibliothek findet sich dieses Foto aus dem Jahr 1968.
Das Geschäft ist geräumt und das Gebäude macht keinen sonderlich gepflegten Eindruck. Auf den Schaufenstern ist ein Verweis auf die neue Geschäftsadresse Grønnegarde 36 zu lesen.
Ich suche weitere Informationen zu dieser Firma. Wer hier etwas weiß möge mich bitte kontaktieren!

https://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_1.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_4.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_2.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_3.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_5.jpg

HFWM Spulenrevolver SR3

Ab 1951 wurde in den Hochfrequenz Werkstätten Meuselwitz (H.F.W.M.) ein Spulensatz für Großsuper mit 6 Wellenbereichen hergestellt.
Er fand in Geräten der Elektro-Apparatefabrik Köppelsdorf (EAK) Verwendung.
Es sind die Großsuper 97/51W und 97/51WS.
Für den interessierten Radiobastler stand der Spulensatz ebenfalls zur Verfügung. Evtl. aber erst nach Produktionsende der o.g. EAK-Geräte.
Eine Dokumentation findet sich hier bzw. unter Literatur.









Kinodia mit Tesla Reklame

Dieses Kinodia mit ca 8,5×8,5cm Kantenlänge besitze ich schon einige Zeit.
Ich hab’s jetzt endlich mal geschafft das zu digitalisieren. Als Beleuchtung dient die Hintergrundbeleuchtung eines Displays aus einem alten Palm PDA.

Bei dem Kofferradio handelt es sich um ein Tesla Minor. Das Dia dürfte also um 1956 entstanden sein.

H.E. Koster & F. Spudich – Die Superhet-Spulensätze

Ich habe mal ein kleines Büchlein gescannt das für den klassischen Radiobastler von Interesse sein dürfte.
Erschienen ist es 1949 bzw. 1950 in der „Schriftenreihe für den Rundfunktechniker“ herausgegeben von Wilhelm Beier im Deutschen Funk-Verlag. Es dürfte sich hierbei um jenen W. Beier handeln welcher auch die bekannten Röhrentaschentabellen herausgegeben hat.
Zu den beiden Ingenieuren die ihr Wissen hier verewigt haben konnte ich leider nichts in Erfahrung bringen! Sollte es Nachfahren geben, die mir etwas zu den Autoren mitteilen können, so möge man mich bitte kontaktieren!
Download: H.E.Koster & F.Spudich – Die Superhet-Spulensätze (über archive.org)
Superhet Spulensätze

Federn – Draht – u. Metallwaren – Fabrik Rudolf Lang

Mir ist hier ein netter kleiner Reklameartikel zugelaufen den ich hier gern zeigen möchte.
Es ist eine kleine Produktübersicht der Federn – Draht – u. Metallwaren – Fabrik Rudolf Lang in Brandenburg (Havel) – Magdeburger Str. 19b. Sie zeigt einige „Federn und Stanzteile für die Radio und Elektroindustrie in Präzisionsausführung“
Die Pappkarte ist etwas kleiner als DIN A5 und stammt vermutlich aus den 1930er Jahren.
Rudolf Lang

HFWM – Spulensatz für AM/FM Super

Die VEB Hochfrequenz-Werkstätten Meuselwitz (HFWM), vormals Betriebsteil der Fa. Julius Karl Görler (Berlin), waren ein bedeutender Zulieferbetrieb für die Rundfunkindustrie in der DDR.
Neben den Komponenten für die Industrie fertigten die HFWM aber auch Dinge die für die Bastler in der DDR von Interesse waren.
So wurden in den 50er Jahren Spulensätze angeboten die, dem etwas versierteren Bastler, den Selbstbau von Rundfunkgeräten erlaubten.

Die oben abgebildeten Komponenten ermöglichen den Bau eines 6/9-Kreis Superhet unter Verwendung von 7 bzw. 8 Röhren.

Die beiliegende Anleitung beinhaltet Hinweise zum mechanischen Aufbau, eine Abgleichanweisung und einen Beispielschaltplan (Schaltung 2008). Interessanterweise aber keine genaueren Angaben zu den Wellenbereichen. Aus der Abgleichanweisung lässt sich immerhin ableiten das im KW-Bereich von 49m bis über das 19m Band hinaus empfangen werden kann (evtl. bis ins 13m Band).
Zum UKW Bereich gibt es leider garkeine Angabe. Ich gehe hier vorerst von 86-100MHz aus.
Der Schaltplan sieht folgende Röhrenbestückungen vor: EF80, EF80, ECH81, EF85, EABC80, EL84, AZ12 oder 6AC7, 6AC7, ECH11, EF11, 6SQ7, 6H6, 6V6, AZ12. Oder natürlich auch eine Mischung daraus oder gar etwas davon abweichendes, denn Röhren waren ja bekanntlich meist schwer zu beschaffen. Aus heutiger Sicht ist auch der Einsatz einer EZ81 als Gleichrichter denkbar. Diese war allerdings, als dieser Spulensatz 1954 entstand, noch nicht gar nicht entwickelt. Denkbar wäre hier als Gleichrichter noch die EZ12 welche einen deutlich geringeren Bedarf an Heizstrom hat und ihren Heizstrom auch mit aus einer Heizwicklung, zusammen mit den anderen Röhren, beziehen könnte.

Digitaluhr in CMOS/TTL mit Nixie-Röhren

Ich bekam vor langer Zeit mal einen Stapel Platinen aus sowjetischen Tischrechnern. Darunter waren auch 2 Platinen bestückt mit Nixie-Röhren vom Typ Z573M.
Mit diesen Röhren und einigen ICs aus meinem Bestand sollte nun eine einfache Digitaluhr entstehen.
Da ich der Meiniung bin das man nicht alles immer und immer wieder neu erfinden muss, bediente ich mich einer alterprobten Schaltung welche Hans Borngräber auf seiner Website zeigt.
Ein Layout erstellte ich selbst da ich die Röhren gern direkt mit auf die Logikplatine verlöten wollte.

Diese Version des Layouts wurde für den Prototypen gefertigt und dann bestückt.

Nach Beseitigung zweier fehlerhafter Durchkontaktierungen lief die Uhr prinzipiell. Es war nur noch der Abgleich des Taktgenerators notwendig.

Das Netzteil wurde mit einem kleinen Printtrafo von Tube-Town auf einem Stück Lochrasterplatine aufgebaut. Für die Anodenspannung der Nixies kommt eine C-R-C-Siebung zum Einsatz. Die 5V für die Schaltkreise werden mit einem 7805 stabilisiert.

Auf einen Gehäuseaufbau mit offenen Röhren habe ich absichtlich verzichtet. Als Gehäuse kommt ein Strapubox 5003 zum Einsatz.
Dieser Aufbau ist deutlich näher an dem was in den 70er Jahren wirklich gefertigt worden wäre.

Hier das Layout für diese Variante, eine weitere in THT auf 10x10cm und eine Variante in SMD im Eagle Format.

klassischer Versuchsaufbau für die Erstellung von Röntgenaufnahmen

Ich bekam vor einiger Zeit allerhand Gerätschaften die, kurz nach der Wende, aus ehemaligen Physikkabinetten vor der Entsorgung gerettet worden waren und nun wieder auf der Abschussliste standen.
Diese einmalige Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Daher nahm ich mit was auch nur irgendwie noch in meinem Lager unterzubringen war.
Darunter fanden sich auch ein Funkeninduktor und eine klassische Kaltkathodenröntgenröhre.

Die Röhre trägt nur eine Aufschrift vom DZL (Deutsches Zentralinstitut für Lehrmittel). Hersteller ist vermutlich die Firma Pressler in Cursdorf in Thüringen.

Da solch, durchaus nicht ungefährliches, Experiment heute nicht mehr im Physikunterricht gezeigt werden darf, möchte ich dies hier zeigen.
Es sei darauf hingewiesen das Röntgenstrahlung gesundheitsschädlich ist und die verwendete Hochspannung durchaus zum Tode führen kann!

Der Versuchsaufbau besteht im Wesentlichen nur aus einem Labornetzgerät, dem Funkeninduktor mit einer Schlagweite von bis zu 60mm und der Röntgenröhre.



Die ersten Aufnahmen erfolgten auf normalem Fotopapier.

Um bei Fotopapier auch nur halbwegs erkennbare Aufnahmen zu erzielen, sind Belichtungszeiten von gut 10 Minuten notwendig. Dies ist zu einem der relativen Unempfindlichkeit des Fotopapiers, aber auch der, funktionsbedingt, relativ geringen Spannung, im Mittel, am Ausgang des Funkeninduktors geschuldet.
Die einzige halbwegs brauchbare Aufnahme, das Bild zeigt sie schon stark am PC nachbearbeitet, zeigt v.l.n.r. oben eine Platine eines Modellbau Empfängers aus DDR-Zeiten, darunter eine Ecke eines Palm Pixi Smarphones, ein USB Netzteil und einen Taschenrechner von TI.

Eine Aufnahme mit einer Belichtungszeit von einer Minute lies selbst mit dem bloßen Auge kaum erahnen das etwas auf das Papier gebannt war.

Da dieses Ergebnis für mich nicht zufriedenstellend war, folgte einige Recherche.
Der wohl wichtigste Faktor bei professionellen Aufnahmen verbirgt sich in den Röntgenkassetten. Es ist eine strahlungsaktiv beschichtete Folie, welche zumeist stark in Grün- oder Blautönen leuchtet. Ausserdem die auf diese Leuchterscheinungen abgestimmten Röntgenfilme.
Sowohl Röntgenkassetten als auch Röntgenfilm sind über ebay recht einfach und preiswert beschaffbar.
So beschaffte ich eine Fujifilm AD Mammo Medium Kassette sowie, schon reichlich 1 Jahr überlagerten, Perutz Radiolix G Plus Röntgenfilm.

Nun entstanden, bei einer Belichtungszeit von nur einer Minute, schon brauchbare Aufnahmen.

Das größte Problem ist wohl das, in so ziemlich jedem technischen Gerät, so viel Metall enthalten ist, das sich kaum großflächig Strukturen aufzeigen.


Von einem Palm Treo 650 und einem Palm Pilot bleibt so nicht viel übrig.

Die Tastatur eines KC85 zeigt immerhin recht schön die Leiterzüge im Tastbereich, besonderes Augenmerk sei auf den IC unten rechts gerichtet!

Auch das Display der Elektronika 2-06 enthält so viel Metall das eine Durchleuchtung nicht möglich ist. Ausserdem ist die Uhr schon zu tief um wirklich scharf abgebildet zu werden.
Um mit dem Aufbau auch Metalle durchleuchten zu können müsste eine Spannungsquelle mit höherer Spannung und Strombelastbarkeit her. Dann sollte sich, auch mit dieser Röhre, harte Röntgenstrahlung erziehlen lassen.

10 Jahre Allei – Preisliste 1934

Heute gibt es mal einen ganz aktuellen Katalog!  Gerade einmal 81 Jahre alt ist dieses nette Zeitdokument, das ich einfach scannen musste!
Die Firma Allei (Alfred Lindner Leipzig) wurde 1924 gegründet, hatte also 1934 ihr 10-jähriges Firmenjubiläum.
Der Katalog zeigt die recht umfangreiche Produktpalette. Hier dürfte wohl jeder Radiobastler etwas gefunden haben. Ob er es sich auch leisten konnte, sei einmal dahingestellt…
Download als djvu (ca. 20.2MB)
Download als pdf (ca. 27.6MB)
10 Jahre Allei

Tesla Menuet 2 – 2822B-5

Viel Zeit ist vergangen seit dem letzten Beitrag, nun hab ich meine Schreibfaulheit mal überwunden und hier gibts etwas zu diesem Taschenradio aus der ČSSR zu lesen.

Das Menuet 2 war ab 1970 in der ČSSR im Handel und kam 1971 auch als Exportprodukt in die DDR.
Zum Vorgängermodell Menuet 2822B unterscheidet es sich hauptsächlich schaltungstechnisch und durch den zusätzlichen stark eingeschränkten Langwellenbereich.
In der ČSSR ist der Bereich für „Československo I“ und in der DDR für den Deutschlandsender vorgesehen.
Das tschechoslovakische Modell hat die Typenbezeichnung 2822B-3.


Das Menuet 2 war in der DDR in (mindestens) 2 Farben im Handel erhältlich – blau und grau. In der DDR war der Preis mit 330 Mark angesetzt. In der ČSSR wurden 1915 Kronen verlangt.
In seinem Ursprungsland gab es das Gerät definitiv auch mit komplett schwarzem Gehäuse. Ein Exportgerät in schwarz ist mir bisher allerdings nicht untergekommen.



Mein Gerät bekam ich in der Originalverpackung mit allen Originalpapieren.
Somit liegt nun auch (endlich) der Schaltplan zum 2822B-5 vor.




Der Schaltplan und die Bedienungsanleitung können hier als zip-Archiv heruntergeladen werden.
Interessanterweise ist in der Bedienungsanleitung noch das Vorgängermodell abgebildet!

Mein Dank gilt an dieser Stelle Ringo, der mir dieses nette Gerät für eine simple Reparatur überlassen hat!