Kennzeichnungen von Keramikkondensatoren aus der DDR

Dieser Beitrag versucht einige Informationen zu Keramikkondensatoren aus den Keramischen Werke Hermsdorf (früher Hescho) zusammenzustellen.

Sollten Ihnen weitere Informationen (Kataloge o.Ä.) vorliegen, um diese Ausführungen zu vervollständigen, bitte ich um Kontaktaufnahme!

Kennzeichnung Außenbelag bei Rohrkondensatoren:
Der Anschluss für den Außenbelag ist etwas nach innen eingerückt.
Bei Rohrkondensatoren ist der Anschluss am Innenbelag unmittelbar an das betreffende Ende aufgesetzt.

Mechanische Ausführungen von keramischen Kondensatoren: (Stand 1956)

Perlkondensatorenmit Drahtanschluss0,55pF
Scheibenkondensatorenmit Drahtanschluss140pF
Rohrkondensatorenmit Drahtanschluss51000pF
Rohrkondensatorenmit Lötfahnenanschluss51600pF

farbliche Kennzeichnung verschiedener keramischer Massen der KWH:

CalitdunkelgrünerLacküberzug
Condensa NbraunerLacküberzug
Condensa FhellgrünerLacküberzug
Condensa CorangerLacküberzug
Tempa XroterLacküberzug
Tempa SgrünerLacküberzug
EpsilandunkelblauerLacküberzug

Kennfarben für Kondensatoren nach DIN 41341 aus keramischen Werkstoffen nach DIN 40685: (Stand Febr. 1956)

Calit (Ci) DIN 41370rotTyp 221
Tempa S u. S1 1)  (ST u. ST1) DIN 41371orangeTyp 320
in Vorbereitung DIN 41372hellgrünTyp 330
Tempa X (XT) DIN 41373dunkelgrünTyp 331
Condensa N (NCo) DIN 41374gelbTyp 311
Condensa F (FCo) DIN 41376dunkelblauTyp 310
Epsilan (E 7000) DIN 41379braun(343)

1) Kondensatoren aus Tempa S1 werden zusätzlich mit „ST“ gestempelt.

Farbkennzeichnung von Kleinkondensatoren aus Sinterwerkstoffen nach TGL 7838 für TK-gerichtete Kondensatoren Typ I: (Stand 1971)

rot/violettP 100
KER 221
dunkelgrauP 033
KER 320
braunN 033
KER 320
hellrotN 075
KER 330
orangeN 150
KER 330
hellblauN 470
KER 311
violettN 750
KER 310
dunkelblauN 1500
KER 340

Grundlackierung Farblos. Kennzeichnung des Werkstofftyps durch Farbpunkt an der Seite des Innenbelaganschlusses.

Farbkennzeichnung von Kleinkondensatoren aus Sinterwerkstoffen nach TGL 7838 für nicht TK-gerichtete Kondensatoren Typ II: (Stand 1971)

rotKER 221Calit (Ci)
orangeKER 320Tempa S und S1 1) (ST und ST1)
grünKER 331Tempa X (XT)
gelbKER 311Condensa N (NCo)
blauKER 310Condensa F (FCo)
braunKER 351Epsilan (E 5000)

1) Tempa S1 zusätzlich mit einem dicken Punkt gekennzeichnet.

Kennzeichnende Eigenschaften der KWH-Dielektrika für Sinterwerkstoffkondensatoren (TGL 5344) (Stand 1971):

Kennfarberotorangegrüngelbblaubraun
WerkstoffbezeichnungCalitTempa S und S1Tempa XCondensa NCondensa FEpsilan
Werkstoff-Typ nach TGL 7838KER 221KER 320KER 331KER 311KER 310KER 351
Dielektrizitätskonstante des Werkstoffes≈ 6,5≈ 14
≈ 19 1)
≈ 30≈ 40≈ 80≈ 5000
Temperaturbeiwert der Kapazität TKC in 10-6 /grd (Zw. +30 und +65 °C)+90 bis +160+30 bis +100
-30 1)
-150 bis -300-360 bis -480-680 bis -860≈ 0,5 bis -1,0 % /grd 2)
Verlustfaktor tan in 10-3 bei 1,0MHz und 20°C 3)≤ 0,8≤ 0,4≤ 0,8≤ 1,5≤ 1,0≤ 5,0 4)
≈ 8 bis 25 5)

1) Mittelwert für Tempa S1
2) zwischen 20 und 40°C
3) Richtpunkte für max. rel. Luftfeuchte < 65%; Stückprüfungen an fertigen Kondensatoren erst ab Nennkapazität 15pF
4) bei 0,3MHz für ≥ 1000pF
5) bei 800Hz

Farbkennzeichnung von Keramik-Kleinkondensatoren: (Stand 1974)

Grundfarbe bei Lackierung:
Rohr- und Durchführungskondensatoren Typ I und IIfarblos
Scheibenkondensatoren Typ Igrau
Scheibenkondensatoren Typ IIbraun
Impulskondensatoren Typ Iblau
Impulskondensatoren Typ IIbraun
Grundfarbe bei Umhüllung:
Scheibenkondensatoren Typ Ibeige
Scheibenkondensatoren Typ IIbraun
Farbzeichen Typ IWerkstoffFarbzeichen
P100ohne (auch rot-violett nach Wahl des Herstellers)
NP 0schwarz
N 033braun
N 075rot
N 150orange
N 470hellblau
N 750violett
N 1500dunkelblau
Farbkennzeichen Typ IIE 2000gelb
E 5000blau
E 10000violett

Typ IA: zusätzlich weißes Farbkennzeichen auf der Seite des Außenbelaganschlusses
Typ IB: Farbkennzeichnung durch Farbpunkt an der Seite des Innenbelaganschlusses
Typ II: Farbkennzeichnung auf der Seite des Außenbelagschlusses

Keramikkondensatoren mit Schutzumhüllung für Transistorempfänger:

  • Die Farbe der Schutzumhüllung ist rotbraun.
  • Nennkapazitäten: 5, 8, 10 und 200pF sowie 5, 10, 20 und 30nF
  • Nennspannung 10V Gleichspannung

Keramikkondensatoren mit Kunststoffumhüllung:

  • Kurzbezeichnung UP (P = Punktklimatisch)
  • Beschriftung „UP“ steht gewöhnlich vor der Nennkapazität
  • Ausführung als Rohr-, Scheiben- und Miniaturkondensatoren, erstere mit Fahne und Drahtanschluss
  • Kapazitätswerte nach IEC
  • Farbe des Schutzlackes entspricht dem Werkstoff
  • Nennspannung 160…500V

Stempel und Kurzzeichen für Kondensatoren aus Sinterwerkstoffen:

Nennkapazität:
ein- bis dreistellige Zahl = Kapazität in „pF“
Zahlen mit beigefügtem kleinen „n“ = Kapazität in „nF“

 

Kapazitätstoleranzen:
CDFGJKMSWZ
± 0,25pF± 0,5pF± 1%± 2%± 5%± 10%± 20%+50%
– 20%
+80 %
-20%
+100%
-20%

 

Nennspannung:
Gleichspannung:
matbcde(keine)figh
10V50V63V125V160V250V350V400V500V630V700V1000V
Wechselspannung:
uvw
250V350V500V
keramische Scheibenkondensatoren
keramische Rohrkondensatoren: ganz links rot/rotbraun umhüllte „UP“ Ausführung

Quelle:
Pabst – Bauelemente des Rundfunkempfängers 1957 Seite 10, 11
Pabst/Finke – Rundfunk- und Fernsehbauteile 1971 Seite 52…56
Pabst/Finke – Rundfunk- und Fernsehbauteile 2. Auflage 1974 Seite 53…57

F. Gottlieb Hansen, København K. – Induktionsapparat nach Rühmkorff

Dieser kleine Funkeninduktor lief mir schon vor längerer Zeit zu.
Die Grundplatte misst nur 12x18cm. Bei der angegebenen Spannung von 4V beträgt die Schlagweite knapp 6mm.

Über die F. Gottlieb Hansen finden sich nur wenige Informationen.
Diese dänische Seite zeigt eine Preisliste von 1923, welche allerhand Radioapparate sowie Teile und Zubehör für diese ausweist. Der Schiebespulendetektor aus dem Prospekt findet sich auch auf Knuds Old Radios. Das Typenschild auf dem Gerät gleicht dem auf meinem Funkeninduktor. Somit würde ich meinen Apparat ebenfalls auf die 1920er Jahre datieren.
Das Geschäft befand sich an folgender Adresse: Ny Østergarde 11-9, København K.. Also mitten im alten Zentrum der Stadt. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Café.
Im digitalen Archiv der Dänischen Königlichen Bibliothek findet sich dieses Foto aus dem Jahr 1968.
Das Geschäft ist geräumt und das Gebäude macht keinen sonderlich gepflegten Eindruck. Auf den Schaufenstern ist ein Verweis auf die neue Geschäftsadresse Grønnegarde 36 zu lesen.
Ich suche weitere Informationen zu dieser Firma. Wer hier etwas weiß möge mich bitte kontaktieren!

https://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_1.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_4.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_2.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_3.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_5.jpg

Federn – Draht – u. Metallwaren – Fabrik Rudolf Lang

Mir ist hier ein netter kleiner Reklameartikel zugelaufen den ich hier gern zeigen möchte.
Es ist eine kleine Produktübersicht der Federn – Draht – u. Metallwaren – Fabrik Rudolf Lang in Brandenburg (Havel) – Magdeburger Str. 19b. Sie zeigt einige „Federn und Stanzteile für die Radio und Elektroindustrie in Präzisionsausführung“
Die Pappkarte ist etwas kleiner als DIN A5 und stammt vermutlich aus den 1930er Jahren.
Rudolf Lang

Digitaluhr in CMOS/TTL mit Nixie-Röhren

Ich bekam vor langer Zeit mal einen Stapel Platinen aus sowjetischen Tischrechnern. Darunter waren auch 2 Platinen bestückt mit Nixie-Röhren vom Typ Z573M.
Mit diesen Röhren und einigen ICs aus meinem Bestand sollte nun eine einfache Digitaluhr entstehen.
Da ich der Meiniung bin das man nicht alles immer und immer wieder neu erfinden muss, bediente ich mich einer alterprobten Schaltung welche Hans Borngräber auf seiner Website zeigt.
Ein Layout erstellte ich selbst da ich die Röhren gern direkt mit auf die Logikplatine verlöten wollte.

Diese Version des Layouts wurde für den Prototypen gefertigt und dann bestückt.

Nach Beseitigung zweier fehlerhafter Durchkontaktierungen lief die Uhr prinzipiell. Es war nur noch der Abgleich des Taktgenerators notwendig.

Das Netzteil wurde mit einem kleinen Printtrafo von Tube-Town auf einem Stück Lochrasterplatine aufgebaut. Für die Anodenspannung der Nixies kommt eine C-R-C-Siebung zum Einsatz. Die 5V für die Schaltkreise werden mit einem 7805 stabilisiert.

Auf einen Gehäuseaufbau mit offenen Röhren habe ich absichtlich verzichtet. Als Gehäuse kommt ein Strapubox 5003 zum Einsatz.
Dieser Aufbau ist deutlich näher an dem was in den 70er Jahren wirklich gefertigt worden wäre.

Hier das Layout für diese Variante, eine weitere in THT auf 10x10cm und eine Variante in SMD im Eagle Format.

klassischer Versuchsaufbau für die Erstellung von Röntgenaufnahmen

Ich bekam vor einiger Zeit allerhand Gerätschaften die, kurz nach der Wende, aus ehemaligen Physikkabinetten vor der Entsorgung gerettet worden waren und nun wieder auf der Abschussliste standen.
Diese einmalige Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Daher nahm ich mit was auch nur irgendwie noch in meinem Lager unterzubringen war.
Darunter fanden sich auch ein Funkeninduktor und eine klassische Kaltkathodenröntgenröhre.

Die Röhre trägt nur eine Aufschrift vom DZL (Deutsches Zentralinstitut für Lehrmittel). Hersteller ist vermutlich die Firma Pressler in Cursdorf in Thüringen.

Da solch, durchaus nicht ungefährliches, Experiment heute nicht mehr im Physikunterricht gezeigt werden darf, möchte ich dies hier zeigen.
Es sei darauf hingewiesen das Röntgenstrahlung gesundheitsschädlich ist und die verwendete Hochspannung durchaus zum Tode führen kann!

Der Versuchsaufbau besteht im Wesentlichen nur aus einem Labornetzgerät, dem Funkeninduktor mit einer Schlagweite von bis zu 60mm und der Röntgenröhre.



Die ersten Aufnahmen erfolgten auf normalem Fotopapier.

Um bei Fotopapier auch nur halbwegs erkennbare Aufnahmen zu erzielen, sind Belichtungszeiten von gut 10 Minuten notwendig. Dies ist zu einem der relativen Unempfindlichkeit des Fotopapiers, aber auch der, funktionsbedingt, relativ geringen Spannung, im Mittel, am Ausgang des Funkeninduktors geschuldet.
Die einzige halbwegs brauchbare Aufnahme, das Bild zeigt sie schon stark am PC nachbearbeitet, zeigt v.l.n.r. oben eine Platine eines Modellbau Empfängers aus DDR-Zeiten, darunter eine Ecke eines Palm Pixi Smarphones, ein USB Netzteil und einen Taschenrechner von TI.

Eine Aufnahme mit einer Belichtungszeit von einer Minute lies selbst mit dem bloßen Auge kaum erahnen das etwas auf das Papier gebannt war.

Da dieses Ergebnis für mich nicht zufriedenstellend war, folgte einige Recherche.
Der wohl wichtigste Faktor bei professionellen Aufnahmen verbirgt sich in den Röntgenkassetten. Es ist eine strahlungsaktiv beschichtete Folie, welche zumeist stark in Grün- oder Blautönen leuchtet. Ausserdem die auf diese Leuchterscheinungen abgestimmten Röntgenfilme.
Sowohl Röntgenkassetten als auch Röntgenfilm sind über ebay recht einfach und preiswert beschaffbar.
So beschaffte ich eine Fujifilm AD Mammo Medium Kassette sowie, schon reichlich 1 Jahr überlagerten, Perutz Radiolix G Plus Röntgenfilm.

Nun entstanden, bei einer Belichtungszeit von nur einer Minute, schon brauchbare Aufnahmen.

Das größte Problem ist wohl das, in so ziemlich jedem technischen Gerät, so viel Metall enthalten ist, das sich kaum großflächig Strukturen aufzeigen.


Von einem Palm Treo 650 und einem Palm Pilot bleibt so nicht viel übrig.

Die Tastatur eines KC85 zeigt immerhin recht schön die Leiterzüge im Tastbereich, besonderes Augenmerk sei auf den IC unten rechts gerichtet!

Auch das Display der Elektronika 2-06 enthält so viel Metall das eine Durchleuchtung nicht möglich ist. Ausserdem ist die Uhr schon zu tief um wirklich scharf abgebildet zu werden.
Um mit dem Aufbau auch Metalle durchleuchten zu können müsste eine Spannungsquelle mit höherer Spannung und Strombelastbarkeit her. Dann sollte sich, auch mit dieser Röhre, harte Röntgenstrahlung erziehlen lassen.

Dr. Stöhrer & Sohn – Tesla-Apparat 242-01

Zum Beginn des Jahres gibt es hier mal etwas recht ungewöhnliches.
Die kleine Teslaspule wurde 1949 in Leipzig hergestellt.

Der Apparat hat eine Gesamthöhe von nur 25cm. Der Betrieb erfolgt an 220V Netzspannung und ist auf Grund der fehlenden Netztrennung nicht ganz ungefährlich.

Das Firmenlogo im Jahr 1910.

Die Firma Dr. Stöhrer & Sohn wurde 1842 in Leipzig gegründet.
Das Unternehmen fertigte und vertrieb vor allem Geräte für physikalische und chemische Experimente an Schulen.
Es wurden aber auch mikroskopische Präparate, messtechnische Geräte und Apparate zur Veranschaulichung mathematischer Sachverhalte angeboten.
Einige bekannte Anschriften des Unternehmens:
1910 – Dr. Stöhrer & Sohn – Fabrik und Lager physikalischer und chemischer Apparate – Weststraße 10, Leipzig
1927 – Dr. Stöhrer & Sohn Inh. Dr. Fritz Kohl – Brüderstraße 3, Leipzig R.C.1
1949 – Dr.Stöhrer & Sohn Nachfolger – Fabrik physikalischer Apparate – Karl-Liebknecht-Straße 11, Leipzig C1, Tel. 35320, Postscheckkonto 2159
1955 – Ing. Kurt Ranft, vorm. Dr.Stöhrer & Sohn, Elektromechanik – Physik – Leipzig C1
Was nach 1955 mit dem Unternehmen geschah, ist nicht genauer zu klären. Möglicherweise wird es Teil der PGH Feinwerktechnik Leipzig denn in deren Produktpalette findet sich ein Teslagenerator welcher in ähnlicher Ausführung schon vor 1955 bei Dr. Stöhrer & Sohn gefertigt wurde.

Auf einer Pappe welche ausziehbar ist findet sich die Schaltung mit Erklärungen. Die Nummern sind an entsprechender Stelle auch auf dem Gerät zu finden.


Neben den Originalschachteln bekam ich ebenfalls ein Glasröhrchen, welches mit Neon gefüllt ist und eine kleine Spule mit angeschlossener Glühlampe zum Nachweis der elektromagnetischen Wellen.

Das nachfolgende Video zeigt das Gerät und beiliegendes Zubehör in Funktion. Link zum Video auf Youtube.