eine Firmengeschichte…

Kürzlich bekam ich eine Ferrocart Drossel die ich so noch nie gesehen hatte.


Ihre Herkunft verrät sie recht schnell durch die Beschriftung Dławik. Das Ł ist vorwiegend in der polnischen Sprache zu finden und Dławik lässt sich aus dem Polnischen auch mit Drossel übersetzen. Das „AH“ ist naheliegenderweise das Logo der Herstellerfirma.


Polnische und deutsche Fertigung vereint. Die Abmessungen sind sind fast identisch. Die polnische ist leider durch Rost aufgedunsen und durch den herausgedrückten Boden etwas höher.

Ich machte mich nun auf die Suche nach der Herstellerfirma und sties recht schnell auf A. Horkiewicz in Warschau!

Adolf Horkiewicz begann 1926 mit der Produktion von Papierkondensatoren. Damals noch in seiner Privatwohnung in der Straße des roten Kreuz (ulicach Czerwonego Krzyża) bzw. Browarna. Bereits 1928 lässt sich Horkiewicz einen Kondensator mit Luftdielektrikum patentieren.
Später wird die Produktion in Firmengebäude in der Listopada 11, Białostocka und Kawęczyńska 9 verlegt. Die Produktion umfasst zu diesem Zeitpunkt: Papier- und Glimmerkondensatoren, Widerstände, Potentiometer und andere Funkkomponenten.
Ab mindestens 1934 werden von J.K.Görler lizensierte „Ferrocart“ Spulen und Spulensätze in Lizenz gefertigt.
Es werden einstellbare Widerstände unter dem Markennamen „Flexo“ vertrieben sowie Kondensatoren der Marke „Mikro“.

Im Jahr 1936 wird ein neues Firmengebäude in der Stępińska 26/28 bezogen. Ein Forschungslabor, eine Werkzeugmacherei und eine Abteilung für Messinstrumente werden eingerichtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Produktion von Großkondensatoren für die Industrie wird aufgenommen. Die Fabrik beschäftigt nun 200 Mitarbeiter und verfügt über eine firmeneigene Kantine und einen Personalclub.
Das Unternehmen scheint zu fluorieren. Zum 13-jährigen Jubiläum wird 1939 ganzseitig geworben.

Die Produktion endet mit Einmarsch der deutschen Truppen 1939. Ab 1940 wird in sehr begrenztem Umfang wieder die Produktion aufgenommen. Es werden u.a. Heizgeräte hergestellt.
Danach wird wieder begonnen Funk- und Fernmeldekomponenten zu fertigen. Diese werden an die Philips Werke in Warschau, Lorenz in Berlin und die Fernmeldetechnische Staatswerke geliefert.
Nach dem Ausbruch des Warschauer Aufstands 1944 werden die Maschinen abtransportiert und die Werke brennen ab. Viele Angestellte werden getötet und auch Adolf Horkiewicz wird von den Deutschen erschossen.

Nach dem Krieg wurden die Gebäude wieder aufgebaut. Sie beherbergten unter anderem eine Schule und in den 50er Jahren die Omig-Werke.

An dieser Stele sei noch auf diesen Artikel verwiesen: Rundfunkgeschichte Generalgouvernement Polen 1939 – 1945 bzw auf den polnischen Originalbeitrag.

Quellen:
http://bee.mif.pg.gda.pl/Oktoda/index.php/Fabryka_Elektrotechniczna_in%C5%BC._Adolfa_Horkiewicza
http://przeciwlotnicza.pl/biblioteczka/przemysl-lacznosci-52/Pl/fabryka-kondensatorow-i-oporow-adolf-horkiewicz–1926—1939–114.html
https://www.kwadryga.com/product_info.php/fabryka-inz-horkiewicz-kondensatory-opory-potencjomerze-ferrocart-p-15692
http://www.trioda.com/index.php/en/magazines/antena/2790-antena-1934-06-gb
https://docplayer.pl/16943121-Przeglad-elektrotechniczny.html
https://docplayer.pl/16943121-Przeglad-elektrotechniczny.html
http://www.radiopik.pl/91,11,80-lat-polskiego-radia-pik-w-dokumentach
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/2117/zt36_nr3_4.pdf
http://delibra.bg.polsl.pl/Content/23668/8.pdf
http://cybra.lodz.pl/Content/12445/PrzFTR_rIX_nr439.pdf
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/5394/PE1939_nr_10.pdf
http://rewitalizacja.um.warszawa.pl/sites/rewitalizacja.um.warszawa.pl/files/zalaczniki/aktualnosci/fabryki_dawnej_pragi_tryb_zgodnosci_.pdf
http://delibra.bg.polsl.pl/Content/23434/pe1933_22.pdf
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/7186/07pe36_nr06.pdf
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/3635/34pe1934_nr24.pdf
http://www.wbc.poznan.pl/dlibra/doccontent?id=301867
http://delibra.bg.polsl.pl/Content/23684/BCPS_25454_1936_Wiadomosci-z10.pdf
http://bc.wbp.lodz.pl/Content/65056/Fala_Lodzka1936_syg1529A_KZa.pdf
http://bcpw.bg.pw.edu.pl/Content/7204/25pe36_nr24.pdf
http://spotc.pzk.org.pl/kp/1939/KP_1939_07.pdf

F. Gottlieb Hansen, København K. – Induktionsapparat nach Rühmkorff

Dieser kleine Funkeninduktor lief mir schon vor längerer Zeit zu.
Die Grundplatte misst nur 12x18cm. Bei der angegebenen Spannung von 4V beträgt die Schlagweite knapp 6mm.

Über die F. Gottlieb Hansen finden sich nur wenige Informationen.
Diese dänische Seite zeigt eine Preisliste von 1923, welche allerhand Radioapparate sowie Teile und Zubehör für diese ausweist. Der Schiebespulendetektor aus dem Prospekt findet sich auch auf Knuds Old Radios. Das Typenschild auf dem Gerät gleicht dem auf meinem Funkeninduktor. Somit würde ich meinen Apparat ebenfalls auf die 1920er Jahre datieren.
Das Geschäft befand sich an folgender Adresse: Ny Østergarde 11-9, København K.. Also mitten im alten Zentrum der Stadt. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Café.
Im digitalen Archiv der Dänischen Königlichen Bibliothek findet sich dieses Foto aus dem Jahr 1968.
Das Geschäft ist geräumt und das Gebäude macht keinen sonderlich gepflegten Eindruck. Auf den Schaufenstern ist ein Verweis auf die neue Geschäftsadresse Grønnegarde 36 zu lesen.
Ich suche weitere Informationen zu dieser Firma. Wer hier etwas weiß möge mich bitte kontaktieren!

https://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_1.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_4.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_2.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_3.jpghttps://radio-pirol.org/files/funkeninduktor_f_gottlieb_hansen_5.jpg

Kinodia mit Tesla Reklame

Dieses Kinodia mit ca 8,5×8,5cm Kantenlänge besitze ich schon einige Zeit.
Ich hab’s jetzt endlich mal geschafft das zu digitalisieren. Als Beleuchtung dient die Hintergrundbeleuchtung eines Displays aus einem alten Palm PDA.

Bei dem Kofferradio handelt es sich um ein Tesla Minor. Das Dia dürfte also um 1956 entstanden sein.

Federn – Draht – u. Metallwaren – Fabrik Rudolf Lang

Mir ist hier ein netter kleiner Reklameartikel zugelaufen den ich hier gern zeigen möchte.
Es ist eine kleine Produktübersicht der Federn – Draht – u. Metallwaren – Fabrik Rudolf Lang in Brandenburg (Havel) – Magdeburger Str. 19b. Sie zeigt einige „Federn und Stanzteile für die Radio und Elektroindustrie in Präzisionsausführung“
Die Pappkarte ist etwas kleiner als DIN A5 und stammt vermutlich aus den 1930er Jahren.
Rudolf Lang

klassischer Versuchsaufbau für die Erstellung von Röntgenaufnahmen

Ich bekam vor einiger Zeit allerhand Gerätschaften die, kurz nach der Wende, aus ehemaligen Physikkabinetten vor der Entsorgung gerettet worden waren und nun wieder auf der Abschussliste standen.
Diese einmalige Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Daher nahm ich mit was auch nur irgendwie noch in meinem Lager unterzubringen war.
Darunter fanden sich auch ein Funkeninduktor und eine klassische Kaltkathodenröntgenröhre.

Die Röhre trägt nur eine Aufschrift vom DZL (Deutsches Zentralinstitut für Lehrmittel). Hersteller ist vermutlich die Firma Pressler in Cursdorf in Thüringen.

Da solch, durchaus nicht ungefährliches, Experiment heute nicht mehr im Physikunterricht gezeigt werden darf, möchte ich dies hier zeigen.
Es sei darauf hingewiesen das Röntgenstrahlung gesundheitsschädlich ist und die verwendete Hochspannung durchaus zum Tode führen kann!

Der Versuchsaufbau besteht im Wesentlichen nur aus einem Labornetzgerät, dem Funkeninduktor mit einer Schlagweite von bis zu 60mm und der Röntgenröhre.



Die ersten Aufnahmen erfolgten auf normalem Fotopapier.

Um bei Fotopapier auch nur halbwegs erkennbare Aufnahmen zu erzielen, sind Belichtungszeiten von gut 10 Minuten notwendig. Dies ist zu einem der relativen Unempfindlichkeit des Fotopapiers, aber auch der, funktionsbedingt, relativ geringen Spannung, im Mittel, am Ausgang des Funkeninduktors geschuldet.
Die einzige halbwegs brauchbare Aufnahme, das Bild zeigt sie schon stark am PC nachbearbeitet, zeigt v.l.n.r. oben eine Platine eines Modellbau Empfängers aus DDR-Zeiten, darunter eine Ecke eines Palm Pixi Smarphones, ein USB Netzteil und einen Taschenrechner von TI.

Eine Aufnahme mit einer Belichtungszeit von einer Minute lies selbst mit dem bloßen Auge kaum erahnen das etwas auf das Papier gebannt war.

Da dieses Ergebnis für mich nicht zufriedenstellend war, folgte einige Recherche.
Der wohl wichtigste Faktor bei professionellen Aufnahmen verbirgt sich in den Röntgenkassetten. Es ist eine strahlungsaktiv beschichtete Folie, welche zumeist stark in Grün- oder Blautönen leuchtet. Ausserdem die auf diese Leuchterscheinungen abgestimmten Röntgenfilme.
Sowohl Röntgenkassetten als auch Röntgenfilm sind über ebay recht einfach und preiswert beschaffbar.
So beschaffte ich eine Fujifilm AD Mammo Medium Kassette sowie, schon reichlich 1 Jahr überlagerten, Perutz Radiolix G Plus Röntgenfilm.

Nun entstanden, bei einer Belichtungszeit von nur einer Minute, schon brauchbare Aufnahmen.

Das größte Problem ist wohl das, in so ziemlich jedem technischen Gerät, so viel Metall enthalten ist, das sich kaum großflächig Strukturen aufzeigen.


Von einem Palm Treo 650 und einem Palm Pilot bleibt so nicht viel übrig.

Die Tastatur eines KC85 zeigt immerhin recht schön die Leiterzüge im Tastbereich, besonderes Augenmerk sei auf den IC unten rechts gerichtet!

Auch das Display der Elektronika 2-06 enthält so viel Metall das eine Durchleuchtung nicht möglich ist. Ausserdem ist die Uhr schon zu tief um wirklich scharf abgebildet zu werden.
Um mit dem Aufbau auch Metalle durchleuchten zu können müsste eine Spannungsquelle mit höherer Spannung und Strombelastbarkeit her. Dann sollte sich, auch mit dieser Röhre, harte Röntgenstrahlung erziehlen lassen.

10 Jahre Allei – Preisliste 1934

Heute gibt es mal einen ganz aktuellen Katalog!  Gerade einmal 81 Jahre alt ist dieses nette Zeitdokument, das ich einfach scannen musste!
Die Firma Allei (Alfred Lindner Leipzig) wurde 1924 gegründet, hatte also 1934 ihr 10-jähriges Firmenjubiläum.
Der Katalog zeigt die recht umfangreiche Produktpalette. Hier dürfte wohl jeder Radiobastler etwas gefunden haben. Ob er es sich auch leisten konnte, sei einmal dahingestellt…
Download als djvu (ca. 20.2MB)
Download als pdf (ca. 27.6MB)
10 Jahre Allei

Dr. Stöhrer & Sohn – Tesla-Apparat 242-01

Zum Beginn des Jahres gibt es hier mal etwas recht ungewöhnliches.
Die kleine Teslaspule wurde 1949 in Leipzig hergestellt.

Der Apparat hat eine Gesamthöhe von nur 25cm. Der Betrieb erfolgt an 220V Netzspannung und ist auf Grund der fehlenden Netztrennung nicht ganz ungefährlich.

Das Firmenlogo im Jahr 1910.

Die Firma Dr. Stöhrer & Sohn wurde 1842 in Leipzig gegründet.
Das Unternehmen fertigte und vertrieb vor allem Geräte für physikalische und chemische Experimente an Schulen.
Es wurden aber auch mikroskopische Präparate, messtechnische Geräte und Apparate zur Veranschaulichung mathematischer Sachverhalte angeboten.
Einige bekannte Anschriften des Unternehmens:
1910 – Dr. Stöhrer & Sohn – Fabrik und Lager physikalischer und chemischer Apparate – Weststraße 10, Leipzig
1927 – Dr. Stöhrer & Sohn Inh. Dr. Fritz Kohl – Brüderstraße 3, Leipzig R.C.1
1949 – Dr.Stöhrer & Sohn Nachfolger – Fabrik physikalischer Apparate – Karl-Liebknecht-Straße 11, Leipzig C1, Tel. 35320, Postscheckkonto 2159
1955 – Ing. Kurt Ranft, vorm. Dr.Stöhrer & Sohn, Elektromechanik – Physik – Leipzig C1
Was nach 1955 mit dem Unternehmen geschah, ist nicht genauer zu klären. Möglicherweise wird es Teil der PGH Feinwerktechnik Leipzig denn in deren Produktpalette findet sich ein Teslagenerator welcher in ähnlicher Ausführung schon vor 1955 bei Dr. Stöhrer & Sohn gefertigt wurde.

Auf einer Pappe welche ausziehbar ist findet sich die Schaltung mit Erklärungen. Die Nummern sind an entsprechender Stelle auch auf dem Gerät zu finden.


Neben den Originalschachteln bekam ich ebenfalls ein Glasröhrchen, welches mit Neon gefüllt ist und eine kleine Spule mit angeschlossener Glühlampe zum Nachweis der elektromagnetischen Wellen.

Das nachfolgende Video zeigt das Gerät und beiliegendes Zubehör in Funktion. Link zum Video auf Youtube.

diverse Reklame – Wimpel, Medaillen, Streichholzschachteln

Für mich gehört neben den Radiogeräten auch Werbematerial und jede Art Kuriosität mit zu einer guten Sammlung.
Einige dieser Dinge gibt es hier zu sehen.
Ein Wimpel aus dem Werk für Fernsehelektronik Berlin.


Eine Rolle „Leckband“ (Klebeband das zum benutzen angefeuchtet werden muss) aus dem Bestand von Stern Radio Rochlitz.

Eine Madaille zum 40-jährigen bestehen des VEB Kondensatorwerk Freiberg.


Eine Medaille des Tesla Standortes Brno.

Drei Tesla Wimpel.





Einige Streichholzschachteln aus Polen,


Jugoslawien,

Belgien und Bulgarien.